"Rudelstellungen"

Download

An dieser Stelle werden nach und nach Infos zu den Themen Kernpersönlichkeiten bei Hunden und "Planstellen" im Hunderudel ("Rudelstellungen") ergänzt bzw. aktualisiert.

Übersicht über "Planstellen" im Hunderudel und Hunde-Persönlichkeiten:
=> RS-Infoheft 2017

Vergleich von Kernpersönlichkeiten beim Menschen mit "Planstellentypen" bei Hunden:
=> Kernpersönlichkeiten-RS 2017

Einzelbeschreibungen der Planstellentypen:
=> Einzelbeschreibungen

Persönlichkeitsunterschiede beim Menschen aus Sicht des Gehirns (Gerhard Roth):
=> Neuromarketing Kongress 2010 - Roth

Gruppenarbeit und optimale Gruppengröße beim Menschen:
=> www.leuphana.de

Vererbungsmodelle für die "Planstellentypen" beim Hund:
=> RS-Vererbungsmodell 2017

Genetische Untersuchungen zu Stellungen bei Hunden (u.a.):
=> http://d-nb.info

Zucht im Sinne Idee zu den Planstellentypen bei Hunden:
=> Zucht im Sinne der Idee zu den Planstellentypen

Sozialisierung und Habituation bei Hundewelpen:
=> Sozialisierung und Habituation bei Hundewelpen


Da gerade das Thema "Rudelstellungen" leider oft falsch interpretiert wird: natürlich gibt es bei Hunden KEINE zu 100% angeborenen "Kasten", sondern es handelt sich um erbliche Dispositionen, um grundlegende Persönlichkeitsmerkmale (auch "Kernpersönlichkeiten" genannt), durch welche der einzelne Hund dann eine besondere "Begabung" für bestimmte Aufgaben einer "Planstelle" im Rudel erhält, während er für andere Aufgaben eben kein besonderes Talent mitbringt. Ohne diese individuellen Unterschiede ist keine erfolgreiche (Klein-)Gruppenarbeit möglich!

Dass neben den angeborenen Merkmalen (die momentan auf ca. 30% geschätzt werden) natürlich auch die Umwelt eine sehr große Rolle spielt, sollte klar sein. Wirklich trennen kann man Genetik und Umwelteinflüsse aber sowieso nicht (im Bereich der Epigenetik erst recht nicht), denn die genetischen Anlagen können sich ohne passende Umwelteinflüsse nicht entwickeln und die Umwelt kann nichts bewirken, wenn die entsprechenden genetischen Anlagen gar nicht vorhanden sind. Die Biologen Bernd Hassenstein und Heinz Weidt (einer der "Erfinder" der Welpenspielgruppen) haben es deswegen kurz und knackig auf den Punkt gebracht: "Verhalten ist zu 100% angeboren und zu 100% erworben" .

Auch wenn der angeborene Anteil an der Persönlichkeit vielleicht wirklich nur 30% beträgt (die Zwillingsforschung beim Menschen deutet allerdings auf bis zu 50% hin), so können die dadurch bedingten "Weichenstellungen" trotzdem erheblich sein: durch die angeborene Kernpersönlichkeit hat jedes höhere Tier (auch der Mensch) von Anfang an die Neigung, sich bestimmten Umweltreizen lieber auszusetzten als anderen. Dadurch macht jeder von Anfang an etwas unterschiedliche Erfahrungen, die sich dann natürlich wieder auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit auswirken - kleine Ursache, große Wirkung .

Dieses System mit angeborenen "Weichenstellungen" bei gleichzeitig recht großer Einflussmöglichkeit durch die Umwelt hat einen entscheidenden biologischen Vorteil: ist die Umwelt einigermaßen stabil, läuft sozusagen alles nach Plan, d.h. die verschiedenen Neigungen führen zu den entsprechenden verschiedenen Erfahrungen und es entstehen die "geplanten" verschiedenen Persönlichkeitstypen, die sich im Zusammenleben ideal ergänzen => hier haben die angeborenen Komponenten den meisten Einfluss

Kommen die Individuen dagegen in eine eher instabile Umwelt, an die sie sich neu anpassen müssen, dann treten die angeborenen Merkmale sozusagen in den Hintergrund, weil die "Weichen" nicht wie geplant "gestellt" werden können => hier hat dann eindeutig die Umwelt den meisten Einfluss.

Wissenschaftlich kann man sich sicherlich über viele Aspekte zum Thema "Rudelstellungen" streiten - man kann aber auch einfach mal nach Übereinstimmungen suchen, sozusagen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner - und feststellen, dass der oft gar nicht mal so klein ist . Ich habe mich schon vor längerer Zeit für letzteres entschieden und halte es mit der Philosophie des Clickertrainings: richte deine (freundliche) Aufmerksamkeit auf die erwünschten Dinge und ignoriere (soweit möglich) die unerwünschten. So kommt man erfahrungsgemäß am schnellsten und am angenehmsten weiter .

In diesem Sinne - ich freue mich auf konstruktive Kritik und eine anregende Diskussion !



Dr. med. vet Anja Gold

 


HOME | TIERNAHRUNG&ZUBEHÖR | HUNDEERZIEHUNG&THERAPIE | ONLINE-SHOP | INFOS | KONTAKT

Das Hundemagazin         
Copyright © 2000Design by webway2000